
Die Idee zu „Aas für die Raben“ entstand aus einem Gedanken, der zunächst ziemlich einfach klingt:
Was bleibt von uns, wenn unser Leben vorbei ist?
Wir verbringen unser Leben damit, zu wachsen, Erfahrungen zu sammeln, zu lieben, zu kämpfen und etwas aufzubauen. Wir kümmern uns um unseren Körper, werden älter und versuchen vielleicht sogar, etwas zu hinterlassen, das uns überdauert.
Doch irgendwann endet all das.
Genau an diesem Punkt setzt der Song an.
„Aas für die Raben“ betrachtet das Leben nicht als großen, heldenhaften Weg, sondern aus einer sehr viel düstereren Perspektive: als eine begrenzte Zeit zwischen Geburt und Tod.
Mit jedem Atemzug werden wir älter.Mit jedem Tag kommen wir unserem Ende ein kleines Stück näher.
Die Raben begleiten diesen Gedanken durch den gesamten Song. Sie kreisen zunächst nur über dem lyrischen Ich. Sie greifen nicht ein, sie urteilen nicht und sie müssen auch nichts erklären. Sie sind einfach da.
Während das Leben weitergeht, rückt der Tod immer näher.
Deshalb verändert sich auch die Bedeutung des Refrains im Verlauf des Songs. Aus „Ich bin nur Aas für die Raben“ wird am Ende „Ich bin nun Aas für die Raben“.
Nur ein einziges Wort verändert sich – aber für mich steckt darin der entscheidende Moment der Geschichte.
Das Warten ist vorbei.
In der Bridge wird aus der Vorstellung schließlich Wirklichkeit. Der Atem bricht, der Körper stirbt und die Raben beginnen, das Fleisch von den Knochen zu reißen. Bewusst ohne große Erlösung und ohne romantisches Ende.
Am Schluss bleibt nur das zurück, was vorher bereits unausweichlich war.
Dabei sind die Raben natürlich kein zufälliges Bild. Durch meine Faszination für die nordische Mythologie haben sie für mich eine besondere Atmosphäre und verbinden den Song mit der Welt von Echoes Of Skollborn. Gleichzeitig wollte ich sie hier nicht zu sprechenden Boten oder allwissenden Wesen machen.
Sie bleiben Raben.
Und vielleicht macht gerade das den Gedanken für mich so düster: Die Natur braucht keine Erklärung für unseren Tod. Sie macht einfach weiter.
Musikalisch markiert „Aas für die Raben“ gleichzeitig einen weiteren Schritt in die Richtung, in die ich mit Echoes Of Skollborn gehen möchte: dunkler, roher und archaischer. Tribalartige Trommeln und eine reduzierte, schwere Atmosphäre stehen stärker im Vordergrund.
Und vor allem hört ihr dabei meine eigene Stimme.
Nicht perfekt poliert und nicht bis zur Unkenntlichkeit geglättet. Ich möchte, dass man auch die raueren Stellen hört und dass die Stimme zu der Welt passt, von der der Song erzählt.
„Aas für die Raben“ erscheint am 07.09.2026 auf allen Plattformen.
Vielleicht ist es kein Lied darüber, wie man dem Tod entkommt.
Vielleicht ist es eines darüber, dass man es nicht kann.